M2 - "Sabbāsava Sutta" - Alle Triebe - Anhang II

ANHANG II

Samyojana

A VII, 10: „Sieben Fesseln gibt es, ihr Bhikkhus. Welche sieben? Die Fessel der Zuneigung, der Abneigung, der Ansichten, der Zweifelsucht, des Dünkels, des Neides und des Geizes (macchariya).1

A VII, 9: „Zur Überwindung und Durchbrechung von sieben Fesseln, ihr Bhikkhus, führt man den Heiligen Wandel. Von welchen sieben Fesseln?
Zur Überwindung und Durchbrechung der Fessel der Zuneigung, der Fessel der Abneigung, der Fessel der Ansichten, der Fessel der Zweifelsucht, der Fessel des Dünkels, der Fessel der Daseinsgier und der Fessel der Unwissenheit.
Sind nun in einem Bhikkhu diese sieben Fesseln überwunden, gründlich zerstört, wie eine Fächerpalme ihrem Boden entrissen, durchaus vernichtet und dem Neuentstehen nicht mehr ausgesetzt, so sagt man, ihr Bhikkhus, von diesem Bhikkhu, daß er das Begehren abgeschnitten hat, die Fesseln abgestreift und durch des Dünkels völlige Durchschauung ein Ende gemacht hat dem Leiden.“

A X,13: „Zehn Fesseln gibt es, ihr Bhikkhus. Welche zehn? Die fünf niederen Fesseln und die fünf höheren Fesseln.
Welches aber sind die fünf niederen Fesseln?
Persönlichkeitsglaube, Zweifelsucht, Hängen an Regeln und Riten, Sinnenlust und Haß.
Welches aber sind die fünf höheren Fesseln?
Begehren nach feinkörperlichem Dasein, Begehren nach unkörperlichem Dasein, Dünkel, Aufgeregtheit und Unwissenheit.“

S 45, 41.-48: „Wenn euch, ihr Mönche, die andersfährtigen Pilger fragen: „Zu welchem Zweck wird, ihr Brüder, beim Asketen Gotamo der Brahma-Wandel geführt?“ So gefragt, ihr Mönche, hättet ihr also zu antworten: „Zum Zwecke der Reiz-Entreizung, zur Überwindung der Fesseln, zur Ausrottung der Anliegen, zur Durchschauung der Zeit, zur Triebversiegung, zur Verwirklichung der Frucht der Wissenserlösung, zum Zweck der Wissensklarheit, zur hanglosen Wahnerlöschung, wird, ihr Brüder, beim Erhabenen der BrahmaWandel geführt“.“

S 48, 61.-64: „Fünf Fähigkeiten, ihr Mönche, entfaltet und ausgebildet, führen zur Überwindung der Fesseln, zur Ausrottung der Anliegen (āsava), zur Durchschauung der Zeit, zur Triebversiegung. Welche fünf? Die Fähigkeiten Vertrauen, Tatkraft, Achtsamkeit, Einigung, Weisheit.“

S 35, 54-59: „Wie nun, Herr, werden vom Kenner, vom Sehenden die Fesseln, die Triebe, die Anliegen überwunden?“
„Wer das Auge als unbeständig, als Nicht-Ich erkennt und sieht, der überwindet die Fesseln, die Triebe, die Anliegen. Wer die anderen Innengebiete, die 6 Außengebiete, das sechsfache Bewußtsein, die 6 Berührungen, die 18 Gefühle als unbeständig und Nicht-Ich erkennt und sieht, der überwindet das Unwissen.“

A VII, 52: „Sieben Fährten der Menschen,2 Bhikkhus, will ich euch weisen und das haftlose Nibbāna.
Welches aber sind die sieben Fährten der Menschen?
Da übt sich ein Bhikkhu: „Gäbe es kein `Ich´, gäbe es kein `Mein´. `Ich´ wird es künftig nicht geben, `Mein´ wird es künftig nicht geben.3 Was ist und was wurde, das verwerfe ich.“ So erlangt er Gleichmut.4 Und er haftet nicht am Dasein, haftet nicht am Werden. „Darüber hinaus gibt es eine Stätte des Friedens“, so erkennt er in rechter Weisheit.
Zwar hat er jenen Zustand noch nicht ganz und gar verwirklicht, und die Neigungen (anusaya) des Dünkels, der Daseinsgier und der Verblendung sind in ihm noch nicht ganz und gar geschwunden. So kommt es denn, daß er nach Aufhebung der fünf niederen Fesseln „auf halber Fährte das Nibbāna erreicht“.5
Gleichwie etwa, ihr Bhikkhus, wenn man auf einen tagsüber erhitzten Eisentopf schlägt, ein Stück abspringt und alsbald erkaltet; - oder wenn es abspringt, sodann in die Luft fliegt und dann gleich erkaltet; - oder wenn es abspringt, in die Luft fliegt und, ohne den Boden zu berühren, schon vorher erkaltet: ebenso kommt es, ihr Bhikkhus, daß da ein Bhikkhu nach Aufhebung der fünf niederen Fesseln „auf halber Fährte das Nibbāna erreicht“.
… Gleichwie, ihr Bhikkhus, wenn man auf einen tagsüber erhitzten Eisentopf schlägt, ein Stück abspringt, in die Luft fliegt und, erst nachdem es den Boden berührt hat, erkaltet: ebenso kommt es, ihr Bhikkhus, daß da ein Bhikkhu nach Aufhebung der fünf niederen Fesseln „nach halber Fährte das Nibbāna erreicht“.6
… Gleichwie, ihr Bhikkhus, wenn man auf einen tagsüber erhitzten Eisentopf schlägt, ein Stück abspringt, in die Luft fliegt und auf einen winzigen Haufen Stroh oder Holz niederfällt, dort Feuer und Rauch erzeugt und, nachdem das Feuer jenen winzigen Haufen Stroh oder Holz verzehrt hat, dann aus Mangel an Brennstoff erlischt: ebenso auch kommt es, ihr Bhikkhus, daß da ein Bhikkhu nach Aufhebung der fünf niederen Fesseln „mühelos das Nibbāna erreicht“.7
… Gleichwie, ihr Bhikkhus, wenn man auf einen tagsüber erhitzten Eisentopf schlägt, ein Stück abspringt, in die Luft fliegt und auf einen großen Haufen Stroh oder Holz niederfällt, dort Feuer und Rauch erzeugt und, nachdem das Feuer jenen großen Haufen Stroh oder Holz verzehrt hat, dann aus Mangel an Brennstoff erlischt: ebenso auch kommt es, ihr Bhikkhus, daß da ein Bhikkhu nach Aufhebung der fünf niederen Fesseln „mühsam das Nibbāna erreicht“.8
Da, ihr Bhikkhus, übt sich ein Bhikkhu: „Gäbe es kein `Ich´, gäbe es kein `Mein´. `Ich´ wird es künftig nicht geben, `Mein´ wird es künftig nicht geben. Was ist und was wurde, das verwerfe ich.“ So erlangt er Gleichmut. Und er haftet nicht am Dasein, haftet nicht am Werden. „Darüber hinaus gibt es eine Stätte des Friedens“, so erkennt er in rechter Weisheit.
Zwar hat er jenen Zustand noch nicht ganz und gar verwirklicht, und die Neigungen des Dünkels, der Daseinsgier und der Verblendung sind in ihm noch nicht ganz und gar geschwunden. So kommt es denn, daß er nach Aufhebung der fünf niederen Fesseln, stromaufwärts zu den Hehren Göttern eilt.
Gleichwie, ihr Bhikkhus, wenn man auf einen tagsüber erhitzten Eisentopf schlägt, ein Stück abspringt, in die Luft fliegt und auf einen gewaltigen Haufen Stroh oder Holz niederfällt, dort Feuer und Rauch erzeugt, und das Feuer jenen gewaltigen Haufen Stroh oder Holz verzehrt, dann das Gebüsch und den Wald ergreift und schließlich, an einer grünen Wiese, einem Weg, einem Felsen, einem Gewässer oder einer lieblichen Flur angelangt, dortselbst aus Mangel an Brennstoff erlischt: ebenso auch kommt es, ihr Bhikkhus, daß da ein Bhikkhu nach Aufhebung der fünf niederen Fesseln „stromaufwärts zu den Hehren Göttern eilt“.
Diese sieben Fährten der Menschen gibt es, ihr Bhikkhus.
Was aber, ihr Bhikkhus, ist das haftlose Nibbāna?
Da, ihr Bhikkhus, übt sich ein Bhikkhu: „Gäbe es kein `Ich´, gäbe es kein `Mein´. `Ich´ wird es künftig nicht geben, `Mein´ wird es künftig nicht geben. Was ist und was wurde, das verwerfe ich.“ So erlangt er Gleichmut. Und er haftet nicht am Dasein, haftet nicht am Werden. „Darüber hinaus gibt es eine Stätte des Friedens“, so erkennt er in rechter Weisheit.
Und jenen Zustand hat er ganz und gar verwirklicht; und die Neigungen des Dünkels, der Daseinsgier und der Verblendung sind in ihm ganz und gar geschwunden. So gewinnt er, nach Versiegung der Triebe, noch bei Lebzeiten die trieblose Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. Das, ihr Bhikkhus, nennt man das haftlose Nibb¤na.
Das, ihr Bhikkhus, sind die sieben Fährten der Menschen, und das ist das haftlose Nibbāna.“

S 22, 89: „Wenn auch, ihr Brüder, einem edlen Jünger die fünf niederen Fesseln zum Schwinden kommen, so ist da dennoch hinsichtlich der fünf Gruppen des Anhangens ein geringes, noch nicht beseitigtes Maß des Dünkels „Ich bin“, des Willens „Ich bin“, der Neigung „Ich bin“. Später weilt er nun bei den fünf Gruppen des Anhangens in der Betrachtung ihres Entstehens und Vergehens: „So ist die Körperlichkeit, so ist die Entstehung der Körperlichkeit, so ist das Ende der Körperlichkeit. So sind Gefühl - Wahrnehmung - Gestaltungen - Bewußtsein, so ist ihre Entstehung, so ist ihr Ende.“
Wenn er so bei den fünf Gruppen des Anhangens in der Betrachtung ihres Entstehens und Vergehens weilt: jenes geringe, noch nicht beseitigte Maß des Dünkels „Ich bin“, des Willens „Ich bin“, der Neigung „Ich bin“, auch dieses kommt dann zum Schwinden.
Wie wenn da, Brüder, ein unreines, fleckiges Gewand ist, und die Eigentümer übergeben es einem Wäscher. Dieser weicht es gleichmäßig ein in salziger Lauge, in ätzender Asche oder mit Kuhmist und spült es dann in klarem Wasser. Obgleich nun dieses Gewand rein und sauber ist, so hat es doch noch einen geringen, noch nicht beseitigten Laugengeruch oder Aschengeruch oder Kuhmistgeruch. Der Wäscher gibt es nun den Eigentümern zurück, und diese legen es in eine dufterfüllte Truhe. Jener geringe, noch nicht beseitigte Laugengeruch oder Aschengeruch oder Kuhmistgeruch, auch dieser kommt dann zum Schwinden. Ebenso auch, Brüder: wenn auch einem edlen Jünger die fünf niederen Fesseln zum Schwinden kommen … . Wenn er so bei den fünf Gruppen des Anhangens in der Betrachtung ihres Entstehens und Vergehens weilt: jenes geringe, noch nicht beseitigte Maß des Dünkels „Ich bin“, des Willens „Ich bin“, der Neigung „Ich bin“, auch dieses kommt dann zum Schwinden.“

S 45,158: „Gleichwie, ihr Bhikkhus, bei einem durch Stricke zu¬sammengehaltenen seetüchtigen Boot, nachdem es sechs Monate lang im Wasser umhergefahren ist und dann im Winter an Land gezogen wurde, die Wind und Sonne ausgesetzten, von Regen¬güssen durchnäßten Stricke sich mit wenig Mühe lösen und faul werden, ebenso auch, ihr Bhikkhus, lösen sich bei einem Bhikkhu, der den edlen achtfältigen Pfad entfaltet und ausbildet, die Fesseln mit wenig Mühe und werden faul.“

A III, 88: „Da, ihr Bhikkhus, ist ein Bhikkhu vollkommen in den Sittenregeln, aber nur teilweise vollkommen in der Geistessammlung, nur teilweise vollkommen in Weisheit… . Nach dem Schwinden der drei Fesseln aber gilt er als ein „Höchstens siebenmal Wiedergeborener“ noch siebenmal unter Göttern und Menschen die Geburten durcheilend, die Geburten durchwandernd, macht er dem Leiden ein Ende. Oder nach dem Schwinden der drei Fesseln gilt er als ein „Von Geschlecht zu Geschlecht Eilender“: noch zweimal oder dreimal unter edlen Geschlechtern die Geburten durcheilend, die Geburten durchwandernd, macht er dem Leiden ein Ende. Oder nach dem Schwinden der drei Fesseln gilt er als ein „Einmal Aufkeimender“ nur noch einmal in menschlichem Dasein wiedergeboren, macht er dem Leiden ein Ende. Oder nach dem Schwinden der drei Fesseln und nach Abschwächung von Gier, Haß und Verblendung kehrt er nur einmal wieder. Und nur noch einmal zu dieser Welt zurückgekehrt, macht er dem Leiden ein Ende.
Ferner, ihr Bhikkhus, ist da ein Bhikkhu vollkommen in den Sittenregeln, vollkommen in der Geistessammlung, aber nur teilweise vollkommen in Weisheit… . Nach dem Schwinden der fünf niederen Fesseln aber gilt er als ein „Stromaufwärts zu den hehren Göttern Eilender“: oder als „Mühsam Erlöschender“ oder als ein „Mühelos Erlöschender“ oder als ein „Nach halber Fährte Erlöschender“ oder als ein „Auf halber Fährte Erlöschender“.
Ferner, ihr Bhikkhus, ist da ein Bhikkhu vollkommen in den Sittenregeln, vollkommen in der Geistessammlung und vollkommen in Weisheit… . Und durch Versiegung der Triebe gelangt er noch bei Lebzeiten in den Besitz der triebfreien Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend.
Somit nun, ihr Bhikkhus, verwirklicht der die Lehre teilweise Erfüllende einen Teil, der die Lehre ganz Erfüllende aber die Vollkommenheit. Nicht zwecklos sind die Übungsregeln, sage ich, Bhikkhus.“

A IV, 159: „Es wurde gesagt: „Durch Eigendünkel, Schwester, ist dieser Körper geworden; auf Eigendünkel gestützt, ist der Eigendünkel zu überwinden.“ Mit Bezug worauf aber wurde dies gesagt? Da vernimmt, ein Mönch die Kunde: „Ein Mönch mit dem und dem Namen hat durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung erreicht, sie selber erkennend und verwirklichend.“ Da wird ihm also zumute: „Ja, wenn jener Ehrwürdige durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten die von Trieben freie Gemütserlösung und Weisheitserlösung erreicht hat, warum sollte auch ich dies nicht können?“ Nach einiger Zeit nun überwindet er, auf Eigendünkel gestützt, den Eigendünkel. Wurde also gesagt: „Durch Eigendünkel, Schwester, ist dieser Körper geworden; auf Eigendünkel gestützt, ist der Eigendünkel zu überwinden“, so wurde dies eben darum gesagt.“

A XI, 17: „Wurde wohl, ehrwürdiger Ānanda, von Ihm, dem Erhabenen, dem Kenner, dem Seher, dem Heiligen, Vollkommen Erleuchteten eine einzelne Lehre klar dargelegt, wodurch in dem Mönche, der unermüdlich, eifrig und entschlossen verharrt, der noch unerlöste Geist erlöst wird, die nicht versiegten Triebe zur Versiegung gelangen und er die bisher noch unerreichte höchste Sicherheit (anuttaram yogakkhemam, d.i. Nibbāna) erreicht?“
„Ja, Hausvater.“
„Welches aber, ehrwürdiger Ānanda, ist diese eine Lehre?“
„Da, Hausvater, gewinnt der Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnendingen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, die mit Gedankenfassen und Überlegen verbundene, in der Abgeschiedenheit geborene, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung (das ist die Stufe der Geistesruhe, samatha). Da überlegt er bei sich: „Auch diese erste Vertiefung ist zusammengesetzt und zusammengesonnen. Doch was auch immer zusammengesetzt und zusammengesonnen ist, das ist vergänglich und der Auflösung unterworfen.“ So erkennt er. Hierin verharrend, erreicht er die Versiegung der Triebe. Wenn er aber die Triebversiegung nicht erreicht, und zwar wegen seines Begehrens und Ergötzens an diesen geistigen Zuständen, so wird er, nach Zerstörung der fünf niederen Fesseln, in einer geistigen Welt wiedergeboren; und dort erreicht er das Nibb¤na, kehrt nicht mehr zurück von jener Welt. Das, o Hausvater, ist eine Lehre, klar dargelegt von Ihm, dem Erhabenen, dem Kenner, dem Seher, dem Heiligen, Vollkommen Erleuchteten, wodurch in dem Mönche, der unermüdlich, eifrig und entschlossen verharrt, der noch unerlöste Geist erlöst wird, die nicht versiegten Triebe zur Versiegung gelangen und er die bisher unerreichte höchste Sicherheit erreicht.
Fernerhin, Hausvater, da gewinnt der Mönch nach Stillung von Gedankenfassen und Überlegen … die zweite Vertiefung - die dritte Vertiefung - die vierte Vertiefung - durchstrahlt mit gütigem … mitleidigem … mitfreudigem … gleichmütigem Geiste die Himmelsrichtungen … Da überlegt er bei sich: „Auch dieser Gleichmut, die Befreiung des Herzens, ist zusammengesetzt und zusammengesonnen. Doch was auch immer zusammengesetzt und zusammengesonnen ist, das ist vergänglich und der Auflösung unterworfen.“ So erkennt er. Hierin verharrend, erreicht er die Versiegung der Triebe. Wenn er aber die Triebversiegung nicht erreicht, und zwar wegen seines Begehrens und Ergötzens an diesen geistigen Zuständen, so wird er, nach Zerstörung der fünf niederen Fesseln, in einer geistigen Welt wiedergeboren; und dort erreicht er das Nibb¤na, kehrt nicht mehr zurück von jener Welt. …
Fernerhin, Hausvater, gewinnt der Mönch, durch völlige Aufhebung der Körperlichkeitswahrnehmung, durch das Schwinden der Rückwirkwahrnehmungen und das Nichtbeachten der Vielheitswahrnehmungen, in der Vorstellung 'Unendlich ist der Raum', das Gebiet der Raumunendlichkeit; gewinnt, durch völlige Aufhebung des Gebietes der Raumunendlichkeit, in der Vorstellung 'Unendlich ist das Bewußtsein', das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit; gewinnt, durch völlige Aufhebung des Gebietes der Bewußtseinsunendlichkeit, in der Vorstellung 'Nichts ist da', das Gebiet der Nichtsheit. Da überlegt er bei sich: „Auch diese Erreichung des Gebietes der Nichtsheit ist zusammengesetzt und zusammengesonnen. Doch was auch immer zusammengesetzt und zusammengesonnen, das ist vergänglich und der Auflösung unterworfen.“ So erkennt er. Hierin verharrend, erreicht er die Versiegung der Triebe. Wenn er aber die Triebversiegung nicht erreicht, und zwar wegen seines Begehrens und Ergötzens an diesen geistigen Zuständen, so wird er, nach Zerstörung der fünf niederen Fesseln, in einer geistigen Welt wiedergeboren; und dort erreicht er das Nibb¤na, kehrt nicht mehr zurück von jener Welt. Auch das, Hausvater, ist eine Lehre, klar dargelegt von Ihm, dem Erhabenen, dem Kenner, dem Seher, dem Heiligen, Vollkommen Erleuchteten, wodurch in dem Mönche, der unermüdlich, eifrig und entschlossen verharrt, der noch unerlöste Geist erlöst wird, die nicht versiegten Triebe zur Versiegung gelangen und er die bisher unerreichte höchste Sicherheit erreicht.“

A II, 37: „So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene im Jetahaine bei Sāvatthi, im Kloster des Anāthapindika. Zu jener Zeit nun lebte der ehrwürdige Sāriputta im Ostkloster bei Sāvatthi, im Terrassenbau der Mutter Migāras. Dort wandte sich der ehrwürdige Sāriputta an die Mönche: „Den diesseits gefesselten Menschen, Brüder, will ich euch weisen und den jenseits gefesselten. So höret denn und achtet wohl auf meine Worte.“
„Ja, Bruder!“erwiderten jene Mönche dem ehrwürdigen Sāriputta.
Und der ehrwürdige Sāriputta sprach: „Wer ist nun, ihr Brüder, ein diesseits gefesselter Mensch? Da, ihr Brüder, ist ein Mönch sittenrein, befolgt die Ordenssatzung, ist vollkommen im Wandel und Umgang, und vor den geringsten Vergehen zurückschreckend, übt er sich in der Befolgung der Übungsregeln. Bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, erscheint er in einer Götterwelt, und von dort abgeschieden wird er ein Rückkehrender (āgāmi) kehrt er zu dieser Welt zurück. Diesen, ihr Brüder, nennt man den diesseits gefesselten Menschen, der ein Rückkehrender ist, der zu dieser Welt zurückkehrt.

Wer aber, Brüder, ist ein jenseits gefesselter Mensch? Da ist ein Mönch sittenrein, befolgt die Ordenssatzung, ist vollkommen im Wandel und Umgang, und, vor den geringsten Vergehen zurückschreckend, übt er sich in der Befolgung der Übungsregeln. Er gewinnt dann eine gewisse friedvolle Gemütsbefreiung. Bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, erscheint er in einer Götterwelt, und von dort abgeschieden ist er kein Rückkehrender, (anāgāmi) kehrt nicht mehr zu dieser Welt zurück.
Und ferner noch, ihr Brüder: Da ist ein Mönch sittenrein, befolgt die Ordenssatzung, ist vollkommen im Wandel und Umgang, und, vor dem geringsten Vergehen zurückschreckend, übt er sich in der Befolgung der Übungsregeln. Sein Wandel dient der Abkehr und Loslösung von den Sinnenlüsten, dient ihrer Aufhebung; sein Wandel dient der Abkehr und Loslösung von den Daseinsformen, dient ihrer Aufhebung; sein Wandel dient der Vernichtung des Begehrens, der Vernichtung der Gier. Bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, erscheint er in einer Götterwelt, und, von dort abgeschieden, ist er kein Rückkehrender, kehrt nicht mehr zu dieser Welt zurück. Diesen, ihr Brüder, nennt man den jenseits gefesselten Menschen, der kein Rückkehrender ist, nicht mehr zurückkehrt zu dieser Welt.“
Darauf nun begaben sich zahlreiche, ein Ebenmaß des Geistes besitzende Gottheiten zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßten sie den Erhabenen ehrfurchtsvoll und stellten sich zur Seite hin. Zur Seite stehend, sprachen jene Gottheiten zum Erhabenen also: „Jener ehrwürdige Sāriputta, o Herr, hat im Ostkloster, im Terassenbau der Mutter Migāras, den Mönchen den diesseits gefesselten Menschen gewiesen und den jenseits gefesselten. Erfreut, o Herr, war die Hörerschaft. Gut wäre es, o Herr, wenn der Erhabene sich zum ehrwürdigen Sāriputta begeben wollte, von Mitleid bewogen.“
Durch Schweigen gab der Erhabene seine Zustimmung zu erkennen. Gleichwie nun ein starker Mann den gebeugten Arm streckt oder den gestreckten Arm beugt, ebenso verschwand da der Erhabene aus dem Jetahaine und erschien im Ostkloster, im Terrassenbau der Mutter Migāras, vor dem ehrwürdigen S¤riputta. Es nahm der Erhabene auf dem angebotenen Sitze Platz. Und auch der ehrwürdige Sāriputta, nachdem er den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte sich seitwärts nieder. Und der Erhabene sprach also zum ehrwürdigen Sāriputta:
„Es kamen da, Sāriputta, zahlreiche, ein Ebenmaß des Geistes besitzende Gottheiten zu mir, begrüßten mich ehrfurchtsvoll und standen zur Seite. Zur Seite stehend, sprachen jene Gottheiten zu mir also: „Jener ehrwürdige Sāriputta, o Herr, hat im Ostkloster, im Terrassenbau der Mutter Migāras, den Mönchen den diesseits gefesselten Menschen gewiesen und den jenseits gefesselten. Erfreut, o Herr, war die Hörerschaft. Gut wäre es, o Herr, wenn sich der Erhabene zum ehrwürdigen Sāriputta begeben wollte, von Mitleid bewogen.“ Jene Gottheiten aber, Sāriputta, standen in Gruppen von zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig und sechzig auf einem Fleck, der bloß so groß war wie der Stich einer Nadelspitze; doch keiner belästigte den anderen.
Du magst nun denken, Sāriputta, daß wohl in der dortigen Welt jene Gottheiten ihr Gemüt derart ausgebildet haben, daß sie in Gruppen von zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig und sechzig auf je einem Fleck zu stehen vermögen, der bloß so groß ist wie der Stich einer Nadelspitze, ohne sich einander zu belästigen. Doch so ist das nicht zu verstehen. Hier nämlich, in dieser Welt, Sāriputta, haben jene Gottheiten ihr Gemüt derart ausgebildet, daß sie in Gruppen von zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig und sechzig auf einem Fleck zu stehen vermögen, der bloß so groß ist wie der Stich einer Nadelspitze, ohne einander zu belästigen.
Darum, Sāriputta, sei euer Streben: „Mit gestillten Sinnen wollen wir verweilen, besänftigten Herzens!“ Danach, Sāriputta, sollt ihr streben'! Denn wenn ihr, Sāriputta, mit gestillten Sinnen verweilt, besänftigten Herzens, so werden eben eure Werke sanft sein, eure Gedanken sanft sein. „Ein Opfer der Sanftmut wollen wir den Ordensbrüdern darbingen!“, das, Sāriputta, sei euer Streben! Schade, Sāriputta, ist es um die andersfährtigen Pilger, die sich diese Darlegung der Lehre nicht angehört haben.“

Yoga & Ogha9
A IV, 10: „Vier Joche gibt es, ihr Bhikkhus. Welche vier? Das Sinnenjoch, das Daseinsjoch, das Ansichtenjoch, das Nichtwissensjoch.
Was aber, ihr Bhikkhus, ist das Sinnenjoch? Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß der Sinnendinge Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Was aber dem, der der Sinnendinge Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus nicht der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Sinnendingen an Sinnenlust anhaftet, an Sinnenfreude, Sinnenliebe, Sinnenbetörung, Sinnendurst, Sinnenfieber, Sinnenhang, Sinnenbegehren, das nennt man, ihr Bhikkhus, das Sinnenjoch. Das nun ist das Sinnenjoch.
Was aber ist das Daseinsjoch? Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Was aber dem, der des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus nicht der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich des Daseins an Daseinslust anhaftet, an Daseinsfreude, Daseinsliebe, Daseinsbetörung, Daseinsdurst, Daseinsfieber, Daseinshang, Daseinsbegehren, das, ihr Bhikkhus, nennt man das Daseinsjoch. Das nun ist das Sinnenjoch, das Daseinsjoch.
Was aber ist das Ansichtenjoch? Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Was aber dem, der der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus nicht der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Ansichten an Ansichtenlust anhaftet, Freude an Ansichten, Liebe für Ansichten, Betörung durch Ansichten, Durst nach Ansichten, Fieber der Ansichten, Hang nach Ansichten, Begehren nach Ansichten, das, ihr Bhikkhus, nennt man Ansichtenjoch. Das nun ist das Sinnenjoch, das Daseinsjoch, das Ansichtenjoch.
Was aber ist das Nichtwissensjoch? Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks ihr Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Was aber dem, der bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus nicht der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich dieser sechs Grundlagen des Sinneneindrucks an Nichtwissen, an Unkenntnis anhaftet, das, ihr Bhikkhus, nennt man das Nichtwissensjoch. Das nun ist das Sinnenjoch, das Daseinsjoch, das Ansichtenjoch, das Nichtwissensjoch.
Insofern nun einer gefesselt ist an die üblen, unheilsamen Dinge, die befleckenden, Wiederdasein säenden, qualvollen, leidgebärenden, von neuem wieder zu Geburt, Altern und Sterben führenden, gilt er als ein „nicht Entbürdeter“ (ayogakkhemi).
Vier Entjochungen gibt es, ihr Bhikkhus. Welche vier? Die Entjochung vom Sinnenjoch, vom Daseinsjoch, vom Ansichtenjoch und vom Nichtwissensjoch.
Was aber ist die Entjochung vom Sinnenjoch? Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß der Sinnendinge Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Insofern aber dem, der der Sinnendinge Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Sinnendingen keine Sinnenlust anhaftet, keine Sinnenfreude, Sinnenliebe, Sinnenbetörung, kein Sinnendurst, Sinnenfieber, Sinnenhang, Sinnenbegehren, das, ihr Bhikkhus, nennt man die Entjochung vom Sinnenjoch. Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch.
Was aber ist die Entjochung vom Daseinsjoch? Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Insofern aber dem, der des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich des Daseins keine Daseinslust anhaftet, keine Daseinsfreude, Daseinsliebe, Daseinsbetörung, kein Daseinsdurst, Daseinsfieber, Daseinshang, Daseinsbegehren, das, ihr Bhikkhus, nennt man die Entjochung vom Daseinsjoch. Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch, die Entjochung vom Daseinsjoch.
Was aber ist die Entjochung vom Ansichtenjoch? Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Insofern aber dem, der der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Ansichten keine Ansichtenlust anhaftet, keine Freude an Ansichten, keine Liebe für Ansichten, keine Betörung durch Ansichten, kein Durst nach Ansichten, kein Fieber der Ansichten, kein Hang nach Ansichten, kein Begehren nach Ansichten, das, ihr Bhikkhus, nennt man die Entjochung vom Ansichtenjoch. Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch, die Entjochung vom Daseinsjoch, die Entjochung vom Ansichtenjoch.
Was aber ist die Entjochung vom Nichtwissensjoch? Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks ihr Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus. Insofern aber dem, der bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks ihr Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich dieser sechs Grundlagen des Sinneneindrucks kein Nichtwissen, keine Unkenntnis anhaftet, das, ihr Bhikkhus, nennt man die Entjochung vom Nichtwissensjoch. Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch, die Entjochung vom Daseinsjoch, die Entjochung vom Ansichtenjoch, die Entjochung vom Nichtwissensjoch.
Insofern nun einer nicht gefesselt ist an die üblen, unheilsamen Dinge, die befleckenden, Wiederdasein säenden, qualvollen, leidgebärenden, von neuem wieder zu Geburt, Altern und Sterben führenden, gilt er als ein 'Entbürdeter' (yogakkhemi).

„Ans Joch der Sinnlichkeit gefesselt sind die Wesen,
ans Joch des Daseinstriebes und der falschen Ansicht;
Nichtwissen geht voran als Leiter des Gespanns:
so eilen durch die Wandelwelt die Wesen
und wandern immer wieder von Geburt zu Tod.

Doch solche, die die Sinnenlust durchschauen
und auch des Daseinstriebes Bürde kennen;
die alle falsche Ansicht in sich ausgemerzt,
Nichtwissens Irreführung gänzlich aufgegeben -
solch heilig Weise sind dem Joch entgangen,
von allen Jochen sind entledigt sie.“