M2 Sabbāsava sutta - Alle Triebe

M2 Sabbāsava sutta - Alle Triebe

Ort: bei Sāvatthī im Jeta Hain, dem Park des Anāthapiṇḍika
Wer: der Buddha
An wen: Gemeinschaft der bhikkhus

Der Buddha erklärt den bhikkhus sieben Methoden um die Triebe (Sinnestrieb, Daseinstrieb, Unwissenheitstrieb) zu überwinden.

Triebe, die durch Sehen zu überwinden sind: Ein nicht unterrichteter Weltling versteht nicht, welche Dinge für das Erwägen geeignet sind, und welche Dinge für das Erwägen ungeeignet sind. Durch unweises Erwägen (ayoniso manasikāra) entstehen noch nicht entstandene Triebe in ihm und die bereits entstandenen Triebe nehmen zu. Unweises Erwägen führt zum Entstehen von sechs spekulativen Ansichten über das Selbst und durch das Gefesseltsein an Ansichten ist eine Befreiung von dukkha nicht möglich.
Ein wohlunterrichteter edler Schüler versteht, welche Dinge für das Erwägen geeignet sind, und welche Dinge für das Erwägen ungeeignet sind. Durch weises Erwägen (yoniso manasikāra) entstehen keine noch nicht entstandenen Triebe in ihm und die bereits entstandenen Triebe werden überwunden. Er erwägt weise die Vier Edlen Wahrheiten und überwindet damit die drei niederen Fesseln: Persönlichkeitsansicht, Zweifel und Anhaften an Regeln und Riten.

Triebe, die durch Kontrolle zu überwinden sind: In einem Bhikkhu, der weise betrachtend mit kontrollierten Sinnen verweilt (Seh-, Hör-, Geruchs-, Geschmacks-, Berührungs-, Geistsinn), gibt es keine Triebe, keinen Ärger oder leidenschaftliches Brennen.

Triebe, die durch Gebrauch zu überwinden sind: In einem Bhikkhu, der weise betrachtend die vier Requisiten gebraucht (Robe, Almosenspeise, Lagerstätte, Medizin), gibt es keine Triebe, keinen Ärger oder leidenschaftliches Brennen.

Triebe, die durch Erdulden zu überwinden sind: In einem Bhikkhu, der weise betrachtend körperliche Unannehmlichkeiten (Kälte, Hitze, Hunger, Durst, Moskitos, etc.), böse, unwillkommene Worte und schmerzhafte körperliche Gefühle erträgt, gibt es keine Triebe, keinen Ärger oder leidenschaftliches Brennen.

Triebe, die durch Vermeiden zu überwinden sind: In einem Bhikkhu, der weise betrachtend gefährliche Tiere, ungeeignete Aufenthaltsorte und schlechte Freunde vermeidet, gibt es keine Triebe, keinen Ärger oder leidenschaftliches Brennen.

Triebe, die durch Entfernen zu überwinden sind. Weise betrachtend duldet ein Bhikkhu einen entstandenen Gedanken der Sinnesbegierde/des Übelwollens/der Grausamkeit sowie entstandene, unheilsame Zustände nicht. Er entfernt und vernichtet sie. Dadurch gibt es keine Triebe, keinen Ärger oder leidenschaftliches Brennen in ihm.

Triebe, die durch Entfalten zu überwinden sind: Weise betrachtend entfaltet ein Bhikkhu die sieben
Erleuchtungsglieder, die auf Abgeschiedenheit (viveka), Entreizung (virāga) und Aufhören (nirodha) gestützt sind und die zum Loslassen (vossagga) führen. Dadurch gibt es keine Triebe, keinen Ärger oder leidenschaftliches Brennen in ihm.

Ein Bhikkhu, der mit Hilfe dieser Methoden die Triebe überwindet, hat dukkha beendet, indem er das Begehren abgeschnitten, die Fesseln abgeworfen und den (Ich-) Dünkel völlig durchschaut hat.

Übungs-Vorschlag:
Welche der sieben Methoden sind für meine spirituelle Entwicklung am notwendigsten?