M4 Bhayabherava sutta - Furcht und Schrecken

Ort: bei Sāvatthī im Jeta Hain, dem Park des Anāthapiṇḍika
Wer: der Buddha
An wen: Brahmane Jāṇussoni

Der Buddha erklärt dem Brahmanen Jāṇussoni welche Voraussetzungen nötig sind, um in Einsamkeit und Abgeschiedenheit im Dschungel zu praktizieren - ohne von Furcht und Schrecken überwältigt zu werden.

Wenn Mönche oder Brahmanen sich ungeläutert im körperlichen, sprachlichen oder geistigen Verhalten, ungeläutert in der Lebensweise, an entlegene Lagerstätten im Dschungeldickicht zurückziehen, dann werden sie aufgrund dieser ungeläuterten Verhaltensweisen von unheilsamen Geisteszuständen wie Furcht und Schrecken überwältigt. Der Buddha selbst hat sich erst nach Läuterung im körperlichen, sprachlichen und geistigen Verhalten sowie nach Läuterung in der Lebensweise an entlegene Lagerstätten im Dschungel zurückgezogen und fand große Erleichterung darin, einsam im Wald zu wohnen.

Der Buddha zählt noch weitere geistige Verunreinigungen auf, die überwunden werden müssen, um in der Waldeinsamkeit nicht von Furcht und Schrecken überwältigt zu werden:

  • Die fünf Hindernisse:

Sinnesbegierde (kāma-cchanda)
Übelwollen (vyāpāda)
Stumpfheit und Mattheit (thīna-middha)
Aufgeregtheit und Gewissensunruhe (uddhacca-kukkucca)
skeptischer Zweifel (vicikicchā)

  • Eigenlob und Herabwürdigen anderer
  • Bestürzung und Ängstlichkeit
  • Trachten nach Gewinn, Ehre und Ruhm
  • Faulheit und Mangel an Energie
  • Unachtsamkeit und fehlende Wissensklarheit
  • Unkonzentriertheit und abschweifender Geist
  • Fehlende Weisheit und Geschwätzigkeit

Wenn den Buddha vor seiner Erleuchtung an einsamen Orten Furcht und Schrecken überkamen, hat er die Position, in der er sich gerade befand (Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen) solange beibehalten, bis Furcht und Schrecken überwunden waren.

Der Buddha zeigt seinen Praxisweg auf, der ihn bis zum höchsten Ziel, zu nibbāna, brachte: Mit unerschöpflicher Energie, ununterbrochener Achtsamkeit und konzentriertem Geist erlangte er die vier Vertiefungen. Mit dem auf diese Weise geläuterten Geist erlangte er die drei Wissen (Erinnerung an frühere Leben, Sterben und Wiedererscheinen der Wesen, Vernichtung der Triebe) und er erkannte unmittelbar: „Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden musste, darüber hinaus gibt es nichts mehr zu erreichen." Auch nach seiner Erleuchtung hat sich der Buddha immer wieder in die Waldeinsamkeit zurückgezogen: weil er darin einen angenehmen Aufenthaltsort sah und aus Mitgefühl für künftige Generationen.

Übungs-Vorschlag:
Wie gehe ich mit Angst und Furcht in meinem täglichen Leben um?

Kann ich das Entstehen und Vergehen von Angst und Furcht erkennen?