M26 Ariyapariyesanā sutta - Die Edle Suche

Ort: bei Sāvatthī in der Einsiedelei des Brahmanen Rammaka
Wer: der Buddha
An wen: Gemeinschaft der bhikkhus

Der Buddha berichtet über seine eigene Suche nach Erleuchtung - von der Zeit vor seinem Erwachen bis hin zur Übermittlung des dhamma an seine ersten fünf Schüler, die bhikkhus der Fünfergruppe.

Zunächst beschreibt der Buddha die Unedle Suche: jemand, der selbst der Geburt, dem Altern, der Krankheit, dem Tod, dem Kummer, der Befleckung unterworfen ist, sucht nach Objekten des Anhaftens, die ebenfalls den oben aufgeführten Bedingungen unterworfen sind.

Dann beschreibt er die Edle Suche: jemand, der selbst der Geburt, dem Altern, der Krankheit, dem Tod, dem Kummer, der Befleckung unterworfen ist, erkennt die Gefahr, die diesen Dingen innewohnt, und sucht deshalb nach der ungeborenen höchsten Sicherheit vor dem Gefesseltsein, nibbāna.

Nachdem der Buddha auf der Suche nach nibbāna in die Hauslosigkeit gezogen war, geht er zu Āḷāra Kālāma und Uddaka Rāmaputta. Bei Āḷāra Kālāma erlernt und verwirklicht er das Nichtsheit-Gebiet und bei Uddaka Rāmaputta erlernt und verwirklicht er das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung. Doch er erkennt, dass dies nicht zum höchsten Ziel, zur Beendigung allen Leidens führt und verläßt deshalb diese Lehrer wieder. Er begibt sich weiter auf die Suche und läßt sich in einem Hain bei Uruvelā nieder. Hier erlangt er schließlich nibbāna: die Stillung aller Gestaltungen, das Aufgeben aller Anhaftungen, die Vernichtung des Begehrens. Und er weiß: „Meine Befreiung ist unerschütterlich; dies ist meine letzte Geburt; jetzt gibt es kein erneutes Werden mehr."

Nun überlegt der Buddha, dass der dhamma sehr tiefgründig ist, durch bloßes Nachdenken nicht zu erlangen und dass es schwer ist, diese Wahrheit, nämlich die zugrunde liegende Bedingte Entstehung, zu erkennen. Er neigt deshalb dazu, den dhamma nicht zu lehren. Dies bemerkt der Brahmā Sahampati, begibt sich zum Buddha und bittet ihn, den dhamma zu lehren. Der Erhabene stimmt dieser Bitte zu. Er wandert nach Vārāṇasī, wo sich im Hirschpark bei Isipatana seine früheren Gefährten, die bhikkhus der Fünfergruppe aufhalten, um ihnen den dhamma zu lehren. Auf dem Weg dorthin trifft er den Nacktasketen Upaka, der das Ausmaß der Lehre nicht erkennt. Die Bhikkhus der Fünfergruppe jedoch erreichen unter der Anleitung des Buddha nibbāna.

Im Schlussabschnitt erzählt der Buddha das Gleichnis vom Schlingenhaufen und weist nocheinmal eindringlich auf die Gefahr hin, die das Gefesseltsein an den fünf Strängen sinnlichen Vergnügens mit sich bringt. Nur wer diese Gefahr erkennt und weiß, wie man ihr entrinnt, kann das höchste Ziel – nibbāna – erreichen. Das Entkommen und Gesichertsein vor den Gefahren der fünf Stränge sinnlichen Vergnügens ist möglich durch die Verwirklichung der meditativen Erreichungszustände, nämlich, die vier Vertiefungen (rūpa jhāna), die vier Bereiche (āyatana) und das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl (nirodha- samāpatti).

Übungs-Vorschlag:
Wie würde mein Leben aussehen, wenn der Buddha geschwiegen hätte und den Dhamma nicht gelehrt hätte?
Neige ich bei meiner Suche mehr zu den Objekten der Unedlen Suche, oder der Edlen Suche?