M44 - "Culavedalla Sutta " - Die kürzere Reihe von Fragen und Antworten

ANHANG II

Das Haus des Erlebens

S 35, 202: Gleichwie, Brüder, ein Haus aus Schilfrohr oder Gras gebaut wäre, aus trockenem, saftlosem, lange abgelagertem, und ein Mann käme herbei aus dem östlichen Gebiet mit einem lodernden Feuerbrand, aus dem westlichen, nördlichen, südlichen, von unten oder oben oder wo immer, da würde das Feuer einen Zugang und Anhaltspunkt haben. Ebenso verweilend, Brüder, nähert sich Māro über das Auge, die Zunge, den Geist und findet einen Zugang und Anhaltspunkt. So verweilend, Brüder, überwältigen die Formen, die Säfte, die Gedanken den Mönch, und nicht überwältigt der Mönch sie. Diesen, Brüder, nennt man einen Mönch, der von den Formen, Säften und Gedanken überwältigt wird. Er wird überwältigt, nicht überwältigt er. Es überwältigen ihn die Bösen, unheilsamen Dinge, die besuldenden, wiederdaseinsäenden, entsetzlichen, Leiden ausbrütenden, wiederum Altern und Sterben erzeugenden. So nun, Brüder, ist man überflutet.
Gleichwie, Brüder, wenn da ein Haus oder eine Halle mit einem Giebel wäre, aus starkem Lehm gebaut, neu gedeckt, und es käme ein Mann von Osten, Westen, Norden oder Süden, von unten, von oben oder woher auch immer, mit einem lodernden Feuerbrand aus Stroh - da würde das Feuer, das sich nähert, keinen Zugang haben, keinen Ansatzpunkt. So verweilend, überwältigen die Formen, die Säfte, die Gedanken nicht den Mönch, sondern er überwältigt sie. Diesen, Brüder, nennt man einen Mönch, der die Formen, Säfte und Gedanken überwältigt. Er überwältigt, nicht wird er überwältigt. Er überwältigt die Bösen, unheilsamen Dinge, die besudelnden, wiederdaseinsäenden, entsetzlichen, Leiden ausbrütenden, wiederum Altern und Sterben erzeugenden. So nun, Brüder, ist man nicht überflutet".

Dhp:153
Vergebens mußte ich durch viele Leben wandern;
Den Bauherrn suchte ich; ein Leiden kam zum andern.
Dhp:154
Jetzt, Bauherr, seh' ich dich! Das Bau'n ist dir verwehrt,
Die Balken sind dahin, der Dachstuhl ist zerstört,
Mein Denken ist jetzt frei; der Drang hat aufgehört.

S 22, 3: „Das Formelement, Hausvater, ist das Haus des Bewußtseins. das durch Gier an das Formelement gebundene Bewußtsein aber wird „sich im Hause ergehend“ genannt. Das Gefühlselement (…) Das Wahrnehmungselement (…) Das Element des absichtsvollen Gestaltens ist das Haus des Bewußtseins. Das durch Gier an das Element des absichtsvollen Gestaltens gebundene Bewußtsein aber wird „sich im Hause ergehend“ (okasara) genannt.“

D 2: "Wie, Großkönig, wacht der Mönch über die Sinnestüren? Hat da, Großkönig, ein Mönch mit dem Auge Sichtbares gesehen, nicht hält er das gesamte Objekt, noch hält er dessen Einzelheiten fest, weil in den, der mit nichtbewachter Sinnesfunktion des Auges verweilt, Begierde, Abneigung also üble, unheilsame Dinge einfließen würden. Darum bemüht er sich um die Zügelung, schützt die Sinnesfunktion des Auges, erlangt die Zügelung der Sinnesfunktion des Auges. Hat da, Großkönig, ein Mönch mit dem Ohr Hörbares gehört, mit der Nase Riechbares gerochen, mit der Zunge Schmeckbares geschmeckt, mit dem Körper Fühlbares gefühlt, mit dem Geist Denkbares gedacht, nicht hält er das gesamte Objekt, noch hält er dessen Einzelheiten fest, weil in den, der mit nichtbewachter Sinnesfunktion des Auges verweilt, Begierde, Abneigung also üble, unheilsame Dinge einfließen würden. Darum bemüht er sich um die Zügelung, schützt die Sinnesfunktion des Geistes, erlangt die Zügelung der Sinnesfunktion des Geistes. Mit dieser edlen Sinneszügelung versehen empfindet er im Inneren ein reines Glück. So, Großkönig, wacht der Mönch über die Sinnestüren.

S 22,3: „Das Begehren, die Gier, das sich Erfreuen daran und Verlangen danach, das sich Einlassen darauf und Ergreifen davon, die (diesbezüglichen) geistigen Standpunkte, das Anhangen daran und die zugrundeliegenden Neigungen hinsichtlich des Formelements (…) des Gefühlselements (…) des Wahrnehmungselements (…) des Elements des absichtsvollen Gestaltens (…) des Bewußtseinselements, das ist vom Tathāgata aufgegeben, einer entwurzelten Palmyra-Palme gleichgemacht, ausgelöscht, so daß sie in Zukunft nicht mehr entstehen können. Deshalb nennt man den Tathāgata einen, der hauslos umherzieht.“

Funktionsweise des Erlebens

M 43: „Was da Gefühl ist, Bruder, und was Wahrnehmung ist und was da Bewusstseinsablauf ist — diese Dinge sind vereinigt, nicht getrennt, und es ist nicht möglich, sie zu sondern und durch sondern einen Unterschied anzugeben: Was man fühlt (yaṃ vedeti) das nimmt man (für) wahr (taṃ sañjānāti), und was man (für) wahr nimmt, das wird bewußt (taṃ vijjānāti). Deshalb sind diese Dinge vereinigt, nicht getrennt, und es ist nicht möglich, sie zu sondern und durch Sondern einen Unterschied anzugeben."

M 18: "Bedingt durch Auge und Formen entsteht Sehbewußtsein (etc.); das Zusammentreffen der drei ist Kontakt; durch den Kontakt bedingt ist Gefühl.

S 14, 5: Infolge des Elements Sehen, ihr Bhikkhus, entsteht die Berührung des Sehens; infolge der Berührung des Sehens entsteht die durch die Berührung des Sehens erzeugte Empfindung.1

M 18: Was man fühlt, das nimmt man wahr. Was man wahrnimmt, darüber denkt man nach. Worüber man nachdenkt, darüber ufert man begrifflich aus."

S 14, 7: "Infolge der Verschiedenheit der Elemente, ihr Bhikkhus, entsteht Verschiedenheit der Vorstellung; infolge der Verschiedenheit der Vorstellung entsteht Verschiedenheit des Wollens; infolge der Verschiedenheit des Wollens entsteht Verschiedenheit des Begehrens; infolge der Verschiedenheit des Begehrens entsteht Verschiedenheit des heißen Sehnens; infolge der Verschiedenheit des heißen Sehnens entsteht Verschiedenheit des Aufsuchens. (saññā, sankappa, chanda, parilāha, pariyesanā) …
Infolge des Elements Form, ihr Bhikkhus, entsteht Vorstellung der Form; infolge der Vorstellung der Form entsteht Wollen der Form; infolge des Wollens der Form entsteht Begehren der Form; infolge des Begehrens der Form entsteht heißes Sehnen nach der Form; infolge des heißen Sehnens nach der Form entsteht Aufsuchen der Form usw. usw .
Infolge des Elements Ding entsteht Vorstellung der Dinge; infolge der Vorstellung der Dinge entsteht Wollen der Dinge; infolge des Wollens der Dinge entsteht Begehren der Dinge; infolge des Begehrens der Dinge entsteht heißes Sehnen nach den Dingen; infolge des heißen Sehnens nach den Dingen entsteht Aufsuchen der Dinge."2

M 28: "Freunde, gerade so wie Raum, der durch Holz und Kletterpflanzen, Gras und Lehm bedingt ist, als 'Haus' bezeichnet wird, genauso wird Raum, der durch Knochen und Sehnen, Fleisch und Haut bedingt ist, als 'Form' bezeichnet."
"Wenn, Freunde, innerlich das Auge intakt ist, aber keine äußeren Formen in seine Reichweite kommen, und keine passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es kein Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils. Wenn innerlich das Auge intakt ist, und äußere Formen in seine Reichweite kommen, aber keine passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es kein Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils. Aber wenn innerlich das Auge intakt ist, und äußere Formen in seine Reichweite kommen, und passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es das Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils."
… "Wenn, Freunde, innerlich (ajjhattiko) der Geist (mano) intakt ist, aber keine äußeren dhamma in seine Reichweite kommen (klar in Erscheinung treten āpāthaṁ gaccati), und keine passende Hinwendung (samannāhāro wrtl: Zusammenernährung = kein Interesse besteht sie zu Nahrung für die Entwicklung und das Wachstum des Bewußtseins zu machen)3
vorhanden ist, dann gibt es kein Erscheinen des entsprechenden Teilbewußtseins (viññana-bhāgassa).
Wenn innerlich der Geist intakt ist, und äußere Geistesobjekte in seine Reichweite kommen, aber keine passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es kein Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils. Aber wenn innerlich der Geist intakt ist, und äußere Geistesobjekte in seine Reichweite kommen, und passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es das Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils."

"Die Form, die auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe der Form, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Das Gefühl, das auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe des Gefühls, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Die Wahrnehmung, die auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe der Wahrnehmung, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Die Gestaltungen, die auf solche Weise ins Dasein getreten sind, werden in die Daseinsgruppe der Gestaltungen, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Das Bewußtsein, das auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe des Bewußtseins, an der angehaftet wird, eingeschlossen.4
Er versteht so: 'Auf diese Weise, in der Tat, kommt das Einschließen, Einsammeln und Anhäufen in diese fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, zustande. Nun wurde dies vom Erhabenen gesagt: 'Einer, der bedingte Entstehung sieht, sieht das Dhamma; einer, der das Dhamma sieht, sieht bedingte Entstehung. Und diese fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, sind bedingt entstanden. Die Begierde, das Frönen, die Neigung und das Festhalten an diesen fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, ist der Ursprung von dukkha. Das Entfernen von Begierde und Gier, das Überwinden von Begierde und Gier nach diesen fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, ist das Aufhören von Dukkha.' Auch an jenem Punkt, Freunde, ist von jenem Bhikkhu viel erreicht worden."

S 47, 42: "Und was ist, ihr Mönche, das Entstehen des Körpers? Durch Entstehen von Nahrung ist Entstehen des Körpers. Durch Auflösung der Nahrung ist Vergehen des Körpers.
Durch Entstehen von Berührung ist Entstehen des Gefühls. Durch Auflösung der Berührung ist Vergehen des Gefühls.
Durch Entstehen von Geist und Körper ist Entstehen des Bewusstseins. Durch Auflösung von Geist und Körper ist Vergehen des Bewusstseins.
Durch Entstehen von Aufmerksamkeit ist Entstehen der Geistesformationen. Durch Auflösung der Aufmerksamkeit ist Vergehen der Geistesformationen."

Persönlichkeitsglaube

A VI, 61: »Die Persönlichkeit, Brüder, ist das eine Ende, die Entstehung der Persönlichkeit das andere Ende, die Aufhebung der Persönlichkeit ist die Mitte. Das Begehren aber ist die Näherin. Denn das Begehren näht beide Enden zusammen zur Entstehung dieser oder jener Daseinsform.
D 15: „Auf welche Weise, Ānanda, beschreibt einer, der ein Selbst beschreibt, die Natur des Selbst?
Manche erklären das Selbst als materielle Form und begrenzt und sagen: „Mein Selbst ist materiell und begrenzt.“
Manche erklären das Selbst als materielle Form und unbe¬grenzt und sagen: „Mein Selbst ist materiell und unbegrenzt.“
Manche erklären das Selbst als nicht-materiell und begrenzt und sagen: „Mein Selbst ist nicht-materiell und begrenzt.“
Manche erklären das Selbst als nicht-materiell und unbegrenzt und sagen: „Mein Selbst ist nicht-materiell und unbegrenzt.“
Wer da nun, Ānanda, beim Erklären der Natur des Selbst, es als begrenzte materielle Form beschreibt, der stellt es sich entwe¬der jetzt so vor oder zukünftig. Oder er denkt sich: „Wenn es auch jetzt noch nicht so ist, so wird es doch so werden (werde ich doch so eines erhalten). Da dem so ist, Ānanda, kann man hier zurecht sagen, daß hier eine feste Ansicht von einem materiellen und begrenzten Selbst zugrunde liegt.
Wer da nun, Ānanda, beim Erklären der Natur des Selbst, es als unbegrenzte materielle Form beschreibt, (…).
Wer da nun, Ānanda, beim Erklären der Natur des Selbst, es als begrenzte nicht-materielle Form beschreibt, (…).
Wer da nun, Ānanda, beim Erklären der Natur des Selbst, es als unbegrenzte nicht-materielle Form beschreibt, der stellt es sich entweder jetzt so vor oder zukünftig. Oder er denkt sich: „Wenn es auch jetzt noch nicht so ist, so wird es doch so werden (werde ich doch so eines erhalten). Da dem so ist, Ānanda, kann man hier zurecht sagen, daß hier eine feste Ansicht von einem nicht-materiellen und unbegrenzten Selbst zugrunde liegt.
Auf diese Weise, Ānanda, beschreibt einer, der ein Selbst beschreibt, die Natur des Selbst.5

Auf welche Weise, Ānanda, beschreibt einer, der kein Selbst beschreibt, die Natur des Selbst nicht?
Er erklärt nicht, das Selbst habe materielle Form und sei begrenzt und er sagen nicht: „Mein Selbst ist materiell und begrenzt.“ (…).
Auf diese Weise, Ānanda, beschreibt einer, der kein Selbst beschreibt, die Natur des Selbst nicht.6
Auf welche Weise, Ānanda, betrachten die Leute, die über (die Vorstellung eines) Selbst nachdenken, das Selbst?
Sie setzen das Selbst mit Gefühl gleich und sagen: „Gefühl ist mein Selbst“; oder „Gefühl ist nicht mein Selbst, mein Selbst erfährt kein Gefühl“; oder „Gefühl ist zwar nicht mein Selbst aber mein Selbst ist nicht ohne Gefühlserleben. Mein Selbst fühlt, es liegt in der Natur meines Selbst zu fühlen“.7
Ānanda, da sollte man einen, der gesagt hat, „Das Gefühl ist mein Selbst“, fragen: „Drei Arten von Gefühl gibt es, Freund: angenehmes Gefühl, unangenehmes Gefühl und weder-angenehmes-noch-unangenehmes Gefühl. Welches von diesen drei Gefühlen betrachtest du nun als Selbst?“
Zu einer Zeit, Ānanda, wo man ein angenehmes Gefühl empfindet, zu dieser Zeit empfindet man kein unangenehmes Gefühl und empfindet kein weder-angenehmes-noch-unangenehmes Gefühl, man empfindet zu dieser Zeit nur ein angenehmes Gefühl. Zu einer Zeit, Ānanda, wo man ein unangenehmes Gefühl empfindet, zu dieser Zeit empfindet man kein angenehmes Gefühl und empfindet kein weder-angenehmes-noch-unangenehmes Gefühl, nur unangenehmes Gefühl empfindet man zu dieser Zeit. Zu einer Zeit, Ānanda, wo man ein weder-angenehmes-noch-unangenehmes Gefühl empfindet, zu dieser Zeit empfindet man kein angenehmes Gefühl und empfindet kein unangenehmes Gefühl, nur ein weder-angenehmes-noch-unangenehmes Gefühl empfindet man zu dieser Zeit.
Angenehme Gefühle aber, Ānanda, sind vergänglich, zusammengesetzt, bedingt entstanden, müssen vergehen, versiegen und verblassen, müssen aufhören. Und auch unangenehme Gefühle und weder-angenehme-noch-unangenehme Gefühle, Ānanda, sind vergänglich, zusammengesetzt, bedingt entstanden, müssen vergehen, versiegen und verblassen, müssen aufhören.
Wenn also einer, während er ein angenehmes Gefühl empfindet, denkt, „Das ist mein Selbst“, so muß er, sobald dieses angenehme Gefühl vergangen ist, denken, „Verschwunden ist mein Selbst!“. Und so auch mit unangenehmen und weder-angeneh¬men-noch-unangenehmen Gefühl.
Also betrachtet doch jeder, der sagt, „Gefühl ist mein Selbst“, sein Selbst als etwas, das sogar hier und jetzt vergänglich ist, eine Mischung aus Freude und Leid, dem Entstehen und Vergehen unterworfen. Aus diesem Grund, Ānanda, kann die Behauptung, „Gefühl ist mein Selbst“, nicht aufrecht erhalten werden.8
Aber einen, der gesagt hat, „Gefühl ist nicht mein Selbst, mein Selbst erfährt kein Gefühl“, sollte man fragen: „Freund, wo kei¬nerlei Gefühl erlebt wird, könnte da die Vorstellung „Ich bin“ auftreten?““
„Gewiß nicht, Herr.“
„Aus diesem Grund, Ānanda, kann die Behauptung, „Gefühl ist nicht mein Selbst, mein Selbst erfährt kein Gefühl“, nicht auf¬recht erhalten werden.

Und einen, der gesagt hat, „Gefühl ist zwar nicht mein Selbst, aber mein Selbst ist nicht ohne Gefühlserleben. Mein Selbst fühlt, es liegt in der Natur meines Selbst zu fühlen“, sollte man fragen: „Nun, Freund, wenn jegliches Gefühl absolut und vollständig versiegen würde, könnte da angesichts der vollkommenen Abwesenheit der Gefühle, angesichts des rückstandslosen Erlöschens der Gefühle noch (die Vorstellung) „Ich bin dies“ auftreten?““
„Gewiß nicht, Herr.“
„Aus diesem Grund, Ānanda, kann die Behauptung, „„Gefühl ist zwar nicht mein Selbst aber mein Selbst ist nicht ohne Gefühlserleben. Mein Selbst fühlt, es liegt in der Natur meines Selbst zu fühlen“, nicht aufrecht erhalten werden.9
Sobald, Ānanda, ein Bhikkhu weder das Gefühl als sein Selbst betrachtet, noch sein Selbst als ohne Gefühlserleben betrachtet, und es auch so nicht betrachtet: „Mein Selbst fühlt, es liegt in der Natur meines Selbst zu fühlen“ - dann hängt er, eben weil er frei von solchen Ansichten ist, an nichts in der Welt. Nicht-anhaftend wird er nicht aufgewühlt. Nicht-aufgewühlt erreicht er persönlich Nibb¤na. Er versteht: „Beendet ist Geburt, das heilige Leben er¬füllt, was zu tun war, wurde getan, es gibt keine Rückkehr in die¬sen Daseinszustand.10

S 35, 197: Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene in Sāvatthi. Da wandte sich der Erhabene an die Mönche:
"Gleichwie, ihr Mönche, wenn da vier Schlangen wären, von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift. Und es käme ein Mann daher, der zu leben und nicht zu sterben wünscht, der Wohl wünscht und Wehe verabscheut. Da würde man zu ihm sagen: 'Diese vier Schlangen, lieber Mann, von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift, müssen von Zeit zu Zeit aufgehoben werden, müssen von Zeit zu Zeit gebadet werden, müssen von Zeit zu Zeit gefüttert werden, müssen von Zeit zu Zeit gebettet werden. Wenn aber, lieber Mann, die eine oder andere dieser vier Schlangen von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift zornig wird, dann wirst du, lieber Mann, den Tod erleiden oder tödlichen Schmerz. Was du, lieber Mann tun willst, das tue'.
Da nun, ihr Mönche, würde der Mann, erschrocken über die vier Schlangen von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift hierhin und dorthin laufen. Da würde man also zu ihm sagen: 'Lieber Mann, da sind 5 mörderische Feinde, die dir Schritt für Schritt nachfolgen im Gedanken: Wo immer wir dich sehen, werden wir dir das Leben rauben. Was du, lieber Mann, tun willst, das tue'.
Da nun, ihr Mönche, würde der Mann, erschrocken über die vier Schlangen von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift, erschrocken über die fünf mörderischen Feinde hierhin und dorthin laufen. Da würde man also zu ihm sagen: 'Lieber Mann, dieser sechste Raubmörder folgt dir mit gezücktem Schwert Schritt für Schritt nach im Gedanken: Wo immer ich dich sehen werde, werde ich dir das Haupt abschlagen. Was du, lieber Mann, tun willst, das tue'.
Da nun, ihr Mönche, würde der Mann, erschrocken über die vier Schlangen von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift, erschrocken über die fünf mörderischen Feinde, erschrocken über den sechsten Raubmörder mit gezücktem Schwert hierhin und dorthin laufen, bis er ein leeres Dorf erblicken würde. Welches Haus er aber betreten würde, er würde ein unbewohntes Haus betreten, ein ödes Haus betreten, ein leeres Haus betreten. Welches Gefäß er auch anfassen würde, er wurde ein ödes Gefäß anfassen, würde ein leeres Gefäß anfassen. Da würde man also zu ihm sprechen: 'Lieber Mann, Räuber, die Dörfer plündern, werden dies leere Dorf noch heimsuchen. Was du, lieber Mann, tun willst, das tue'.
Da nun, ihr Mönche, würde dieser Mann, erschrocken über die vier Schlangen von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift, erschrocken über die fünf mörderischen Feinde, erschrocken über den sechsten Raubmörder mit gezücktem Schwert, erschrocken über die Räuber, die Dörfer plündern, hierhin und dorthin laufen.
Er würde nun ein großes Gewässer sehen: das diesseitige Ufer voller Schrecken und Gefahren, das jenseitige Ufer sicher und gefahrlos. Aber es gäbe kein Boot zum Übersetzen und keine Brücke, um von dieser Seite auf die andere zu gehen. Da nun, ihr Mönche, würde dieser Mann denken: 'Da ist dieses große Gewässer, das diesseitige Ufer voller Schrecken und Gefahren, das jenseitige Ufer sicher und gefahrlos. Aber es gibt kein Boot zum Übersetzen und keine Brücke, um von hier nach dort zu kommen. Wie wäre es, wenn ich Gras und Stöcke, Zweige und Laub sammeln, zu einem Floß zusammenbinden und, mit Händen und Füßen mich mühend, heil an das andere Ufer gelangen würde?' Da nun würde dieser Mann, ihr Mönche, Gras und Stöcke, Zweige und Laub sammeln, ein Floß zusammenbinden und, mit Händen und Füßen sich mühend, heil an das andere Ufer gelangen. Nachdem er das andere Ufer erreicht, steht er als Brahmane auf festem Boden.
Ein Gleichnis, ihr Mönche, habe ich euch gegeben, um den Sinn zu verstehen. Dies nun ist der Sinn:
Die vier Schlangen von mächtiger Hitze und schrecklichem Gift, das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung der vier Hauptstoffe: der Erden-art, Wasser-art, Feuer-art, Luft-art.
Die fünf mörderischen Feinde, ihr Mönche, das ist eine Bezeichnung der fünf Faktoren des Ergreifens, nämlich das Ergreifen des Faktors Form, das Ergreifen des Faktors Gefühl, das Ergreifen des Faktors Wahrnehmung, das Ergreifen des Faktors Gestaltungen, das Ergreifen des Faktors Bewußtsein.
Der sechste, der Raubmörder mit gezücktem Schwert, das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung des Genügensreizes.

Das leere Dorf, ihr Mönche ist eine Bezeichnung der 6 inneren Gebiete. Untersucht man, ihr Mönche, weise, erfahren, klug das Auge, das Ohr, die Nase, die Zunge, den Körper, den Geist, dann erscheinen sie verlassen, erscheinen öde, erscheinen leer.
Die Räuber, die Dörfer plündern, das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung der 6 äußeren Gebiete. Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist werden geschlagen von den angenehmen und unangenehmen Formen, Tönen, Düften, Säften, Gegenständen und Dingen.
Das große Gewässer, ihr Mönche, das ist eine Bezeichnung der vier Wogen: die Woge der Sinnlichkeit, die Woge des Daseins, die Woge der Ansichten, die Woge des Unwissens.
Das diesseitige Ufer voller Schrecken und Gefahren, das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung für die Persönlichkeit; das jenseitige Ufer, das sichere und gefahrlose, das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung für das Nibbāna.
Das Floß, ihr Mönche, ist eine Bezeichnung für den edlen achtfältigen Pfad, nämlich: rechte Ansicht, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Wandel, rechtes Mühen, rechte Achtsamkeit, rechte Einigung.
Das Mühen mit Händen und Füßen, das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung für den Einsatz der Tatkraft.
Nachdem er hinübergelangt ist, steht der Brahmane auf festem Boden - das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung für den Heiligen".

A VI, 85: Ein Mönch, bei dem sechs Umstände anzutreffen sind, der, ihr Mönche, ist nicht imstande, das höchste Ausgeglühtsein [der Leidenschaften] zu verwirklichen. Welches sind diese sechs Umstände?
Wenn der Mönch zu einer Zeit, wo er seinen Geist zügeln sollte, ihn nicht zügelt; wo er ihn anspannen sollte, ihn nicht anspannt; wo er ihn aufheitern sollte, ihn nicht aufheitert; wo er ihn gleichmütig stimmen sollte, ihn nicht gleichmütig stimmt; wenn er zu Niedrigem neigt und Gefallen findet an seiner eigenen Person (sakkāya).
Doch ein Mönch, bei dem die folgenden sechs Umstände anzutreffen sind, der, ihr Mönche, ist wohl imstande, das höchste Ausgeglühtsein [der Leidenschaften] zu verwirklichen. Welches sind diese sechs Eigenschaften?
Wenn der Mönch zu einer Zeit, wo er seinen Geist zügeln soll, ihn zügelt; wo er seinen Geist anspannen soll, ihn anspannt; wo er seinen Geist aufheitern soll, ihn aufheitert; wo er seinen Geist gleichmütig stimmen soll, ihn gleichmütig stimmt; wenn er zu Hohem neigt und am Nibb¤na Gefallen findet.

A IV, 200: "Dieser Mönch, heißt es, bläht sich nicht auf, widersetzt sich nicht, qualmt nicht, flammt nicht auf, verzehrt sich nicht.
Wie aber bläht sich ein Mönch auf? Da betrachtet ein Mönch das Körperliche als das Selbst, oder das Selbst als den Besitzer des Körperlichen, oder das Körperliche als im Selbst eingeschlossen, oder das Selbst als im Körperlichen eingeschlossen. Er betrachtet das Gefühl als das Selbst … die Wahrnehmung als das Selbst … die geistigen Bildekräfte als das Selbst … das Bewußtsein als das Selbst, oder das Selbst als den Besitzer des Bewußtseins, oder das Bewußtsein als im Selbst eingeschlossen, oder das Selbst als im Bewußtsein eingeschlossen. So, ihr Mönche, bläht sich ein Mönch auf.
Wie aber bläht sich der Mönch nicht auf? Da betrachtet der Mönch nicht das Körperliche als das Selbst, noch das Selbst als den Besitzer des Körperlichen, noch das Körperliche als im Selbst eingeschlossen, noch das Selbst als im Körperlichen eingeschlossen. Er betrachtet nicht das Gefühl als das Selbst … nicht die Wahrnehmung als das Selbst … nicht die geistigen Bildekräfte als das Selbst … nicht das Bewußtsein als das Selbst, noch das Selbst als den Besitzer des Bewußtseins, noch das Bewußtsein als im Selbst eingeschlossen, noch das Selbst als im Bewußtsein eingeschlossen. So, ihr Mönche, bläht sich der Mönch nicht auf.
Wie aber widersetzt sich ein Mönch? Von wem da ein Mönch beschimpft wird, den beschimpft er wieder; von wem er beleidigt wird, den beleidigt er wieder; von wem er gescholten wird, den schilt er wieder. So, ihr Mönche, widersetzt sich ein Mönch.
Wie aber widersetzt sich ein Mönch nicht? Von wem da ein Mönch beschimpft wird, den beschimpft er nicht wieder; von wem er beleidigt wird, den beleidigt er nicht wieder; von wem er gescholten wird, den schilt er nicht wieder. So, ihr Mönche, widersetzt sich ein Mönch nicht.
Wie aber qualmt ein Mönch? Besteht da, ihr Mönche, [in ihm] der Gedanke 'Ich bin', so entstehen auch die Gedanken 'Das bin ich' … 'Ich werde anders sein.' So, ihr Mönche, qualmt ein Mönch.
Wie aber, ihr Mönche, qualmt ein Mönch nicht? Besteht da [in ihm] nicht der Gedanke 'Ich bin', so entstehen auch nicht die Gedanken 'Das bin ich' … 'Ich werde anders sein.' So, ihr Mönche, qualmt ein Mönch nicht.
Wie aber, ihr Mönche, flammt ein Mönch auf? Besteht da [in ihm] der Gedanke 'Aus diesem Grunde bin ich', so entstehen auch die Gedanken 'Aus diesem Grunde bin ich das' … 'Aus diesem Grunde werde ich anders sein.' So, ihr Mönche, flammt ein Mönch auf.
Wie aber, ihr Mönche, flammt ein Mönch nicht auf? Besteht da [in ihm] nicht der Gedanke 'Aus diesem Grunde bin ich', so entstehen auch nicht die Gedanken 'Aus diesem Grunde bin ich das' … 'Aus diesem Grunde werde ich anders sein.' So, ihr Mönche, flammt ein Mönch nicht auf.
Wie aber, ihr Mönche, verzehrt sich der Mönch? Da ist in einem Mönche der Ichdünkel noch nicht erloschen, nicht an der Wurzel zerstört, nicht, einer Fächerpalme gleich, seinem Boden entrissen, ist noch dem Neuentstehen ausgesetzt. So, ihr Mönche, verzehrt sich der Mönch.
Wie aber, ihr Mönche, verzehrt sich der Mönch nicht? Da ist in einem Mönche der Ichdünkel erloschen, an der Wurzel zerstört, gleich einer Fächerpalme dem Boden entrissen und dem Neuentstehen nicht mehr ausgesetzt. So, ihr Mönche, verzehrt sich der Mönch nicht."

M 143: "Haushälter, du solltest dich so üben: 'Ich werde nicht an Form anhaften, und mein Bewußtsein wird sich nicht auf Form stützen.' So solltest du dich üben. Du solltest dich so üben: 'Ich werde nicht an Gefühl anhaften, und mein Bewußtsein wird sich nicht auf Gefühl stützen.' So solltest du dich üben. Du solltest dich so üben: 'Ich werde nicht an Wahrnehmung anhaften, und mein Bewußtsein wird sich nicht auf Wahrnehmung stützen.' So solltest du dich üben. Du solltest dich so üben: 'Ich werde nicht an Gestaltungen anhaften, und mein Bewußtsein wird sich nicht auf Gestaltungen stützen.' So solltest du dich üben.
So solltest du dich üben. Du solltest dich so üben: 'Ich werde nicht an Geistbewußtsein anhaften, und mein Bewußtsein wird sich nicht auf Geistbewußtsein stützen.' So solltest du dich üben."

M 106: "Aber, ehrwürdiger Herr, was ist die edle Erlösung?"
"Ānanda, da erwägt ein edler Schüler so: 'Sinnesvergnügen hier und jetzt und Sinnesvergnügen in künftigen Leben, Sinneswahrnehmungen hier und jetzt und Sinneswahrnehmungen in künftigen Leben, materielle Formen hier und jetzt und materielle Formen in künftigen Leben, Wahrnehmungen von Formen hier und jetzt und Wahrnehmungen von Formen in künftigen Leben, Wahrnehmungen des Unerschütterlichen, Wahrnehmungen des Nichtsheitsgebiets und Wahrnehmungen des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung - dies ist Persönlichkeit, soweit sich Persönlichkeit erstreckt."