M148 Chachakka Sutta - Die sechs Sechsergruppen

Ort: bei Sāvatthī im Jeta Hain, im Park des Anāthapiṇḍika
Wer: der Buddha
An wen: Gemeinschaft der Bhikkhus

Der Buddha zeigt, wie man durch die wirklichkeitsgemäße Betrachtung der sechs Sechsergruppen die Ich-Identifizierung überwinden und Dukkha ein Ende bereiten kann.

Die Faktoren der sechs Sechsergruppen:
1) Sechs innere Sinnesgrundlagen (ajjhattikāni āyatanāni):
Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist
cakkhā-, sotā-, ghānā-, jivhā-, kāyā-, manā-yatanam
2) Sechs äußere Sinnesgrundlagen (bāhirāni āyatanāni):
Form, Klang, Geruch, Geschmack, Berührungsobjekt, Geistobjekt
rūpā-, saddā-, gandhā-, rasā-, poṭṭhabbā-, dhammā-yatanam
3) Sechs Bewusstseinsklassen (viññāṇakāyā):
Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck-, Berührungs-, Geist-Bewusstsein
cakkhu-, sota-, ghāna-, jivhā-, kāya-, mano-vinnanam
4) Sechs Klassen des Kontakts (phassakāyā):
abhängig von den inneren und äußeren Sinnesgrundlagen entsteht das jeweilige Sinnes-Bewusstsein. Das Zusammentreffen der drei ist Kontakt. (tiṇṇam saṅgati phasso)
5) Sechs Klassen des Gefühls (vedanākāyā):
bedingt durch Kontakt entsteht das jeweilige Gefühl (angenehm, unangenehm oder weder-unangenehm-noch-angenehm) (phassa paccayā vedanā)
6) Sechs Klassen des Begehrens (taṇhākāyā):
bedingt durch Gefühl entsteht das jeweilige Begehren (vedanā paccayā taṇhā)

Veranschaulichung von Nicht-Selbst (anattā): Die Aussage, dass irgendein Faktor dieser sechs Sechsergruppen das Selbst (attā) sei, ist nicht haltbar, denn alle diese Faktoren unterliegen dem Entstehen und Vergehen und somit würde auch das, was man als „mein Selbst“ empfindet, ständig entstehen und vergehen. Daher sind diese Faktoren als Nicht-Selbst zu betrachten.

Dem Ursprung der Persönlichkeit (sakkayā samudaya gāminī) liegt der starke Drang zugrunde, irgendeinen Faktor (oder alle Faktoren) der sechs Sechsergruppen so zu betrachten: 'Dies ist mein, dies bin ich, dies ist mein Selbst.' Wenn man stattdessen diese Faktoren so betrachtet: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst', dann führt dies zum Aufhören der Persönlichkeit. (sakkayā nirodha gāminī)

Wenn man angenehmes Gefühl (sukhāya vedanāya) (das aufgrund einer der sechs Sinnesgrundlagen entstanden ist) genießt und daran anhaftet, dann liegt die Neigung zur Begierde (rāgānusayo) zugrunde. Wenn man durch unangenehmes Gefühl (dukkhāya vedanāya) bekümmert und verzweifelt ist, dann liegt die Neigung zur Abneigung (paṭhigānusayo) zugrunde. Wenn man bei weder-unangenehmem-noch-angenehmem Gefühl (adukkhamasukhāya vedanāya) nicht den Ursprung, das Verschwinden, die Befriedigung, die Gefahr und das Entkommen der Wirklichkeit entsprechend versteht, dann liegt die Neigung zur Unwissenheit (avijjānusayo) zugrunde. Nur durch Überwindung (pahāya) der Neigung zur Begierde, Vernichtung (paṭivinodetvā) der Neigung zur Abneigung und Ausrottung (samūhanitvā) der Neigung zur Unwissenheit, durch Überwindung (pahāya) des Nicht-Wissens und dem Erwecken (uppādetvā?) von wahrem Wissen kann Dukkha beendet werden.

Ein wohlunterrichteter edler Schüler, der so sieht, wird ernüchtert gegenüber allen Faktoren der sechs Sechsergruppen. Damit wird er begierdelos und befreit.

Übungs-Vorschlag:
Mit welchen der sechs Sechsergruppen identifiziere ich mich besonders?
Welche Neigung ist bei mir besonders ausgeprägt: die Neigung zur Begierde, die Neigung zur Abneigung oder die Neigung zur Unwissenheit?