M149 Mahāsaḷāyatanika Sutta - Die große sechsfache Grundlage

Ort: bei Sāvatthī im Jeta Hain, im Park des Anāthapiṇḍika
Wer: der Buddha
An wen: Gemeinschaft der Bhikkhus

Der Buddha erklärt die Konsequenzen des Nichtverstehens der sechs großen Grundlagen sowie die Folgen des Verstehens der sechs großen Grundlagen.

Wenn man das Auge, die Formen, das Sehbewusstsein, den Sehkontakt, sowie die daraus entstehenden Gefühle nicht der Wirklichkeit entsprechend kennt und sieht, dann entsteht Begierde (taṇhā) nach dem Auge, den Formen, dem Sehbewusstsein, dem Sehkontakt und den daraus entstehenden Gefühlen. Diese Begierde führt zu künftigem Wachstum der fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, und das Begehren, das erneutes Werden bringt, nimmt zu. Dadurch entstehen zunehmende Schwierigkeiten und Qualen und man erfährt körperliches und geistiges Leid.
Analog zum Auge gibt der Buddha dieselben Erklärungen für die anderen fünf großen Grundlagen: Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist.

Wenn man jedoch die großen sechsfachen Grundlagen der Wirklichkeit entsprechend kennt und sieht (yathābhūtañānadassana), dann entsteht keine Begierde mehr nach ihnen. Wenn keine Begierde mehr vorhanden ist und wenn die Gefahr gesehen wird, die diesen Grundlagen innewohnt, führt dies zu künftiger Verminderung der fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, und das Begehren, das erneutes Werden bringt, ist überwunden. Es gibt keine Schwierigkeiten und Qualen mehr und man erfährt körperliches und geistiges Glück.

Wenn jemand so der Wirklichkeit entsprechend erkennt und sieht, dann hat er Richtige Ansicht, Richtige Absicht, Richtige Anstrengung, Richtige Achtsamkeit und Richtige Konzentration. Die körperlichen und sprachlichen Handlungen einer solchen Person sowie ihre Lebensweise sind bereits früher gründlich geläutert worden. Somit kommt der Edle Achtfache Pfad zur vollständigen Entfaltung. Und dadurch werden auch die übrigen zur Erleuchtung gehörenden Dinge vollständig entfaltet:

  • die vier Grundlagen der Achtsamkeit (satipaṭṭhāna),
  • die vier Richtigen Anstrengungen (sammappadhāna),
  • die vier Wege zum Erfolg (iddhipāda),
  • die fünf spirituellen Fähigkeiten (indriya),
  • die fünf Geisteskräfte (bala),
  • die sieben Erleuchtungsglieder (bojjhanga).

In dieser Person treten Ruhe und Einsicht gleichmäßig in Erscheinung. Mit direkter Erkenntnis (abhiññā) wird sie die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, durchschauen (pariññeyyā), wird sie Unwissenheit und Begehren nach Werden überwinden (pahātabbā), wird sie Ruhe und Einsicht entfalten (bhāvetabbā), wird sie Wahres Wissen und Befreiung verwirklichen (sacchikātabbā).

Übungs-Vorschlag:
Inwieweit erkenne ich den Einfluss der Sinneskontakte auf mich und welche Strategien wende ich dagegen an?